Wie kann Psychotherapie helfen?
Wie Verhaltenstherapie bei Ängsten helfen kann
Viele Menschen erleben im Alltag Angst – sei es in bestimmten Situationen, vor Entscheidungen, im Kontakt mit anderen oder scheinbar „grundlos“. Wenn die Angst beginnt, das Leben einzuschränken, ist es sinnvoll, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Verhaltenstherapie bietet hier wirkungsvolle und gut erforschte Methoden, um Ängste zu verstehen und zu bewältigen. In der Therapie können Sie zum Beispiel lernen:

Ihre Ängste besser zu verstehen
Gemeinsam schauen wir genau hin: Welche Situationen machen Ihnen Angst? Was passiert in Ihrem Körper, Ihren Gedanken, Ihren Gefühlen? Oft sind es automatische Gedanken oder Vorstellungen, die die Angst auslösen oder verstärken – diese machen wir bewusst und verständlich.
Angstgedanken hinterfragen und verändern
Häufig neigt unser Denken dazu, Gefahren zu überschätzen oder uns selbst zu unterschätzen. In der Therapie lernen Sie, diese Gedanken zu erkennen und Schritt für Schritt durch realistischere, beruhigende Gedanken zu ersetzen.
Sich der Angst zu stellen – in Ihrem Tempo
Vermeidung hält Angst aufrecht. Deshalb üben wir gemeinsam, sich angstauslösenden Situationen sanft und gezielt zu nähern. Das geschieht in kleinen, gut planbaren Schritten, immer in einem sicheren Rahmen. So können Sie neue Erfahrungen machen und erleben, dass die Angst nachlässt.
Sich selbst zu beruhigen
Sie lernen Techniken, um mit akuter Angst besser umzugehen – zum Beispiel durch Atemübungen, Achtsamkeit oder innere Selbstgespräche. So gewinnen Sie wieder mehr Kontrolle über Körper und Gedanken.
Neue Erfahrungen machen und Vertrauen aufbauen
In sogenannten „Verhaltensexperimenten“ testen Sie Ihre bisherigen Befürchtungen in der Realität – und erleben oft: Das, wovor Sie sich gefürchtet haben, tritt nicht ein. Das stärkt Mut und Selbstvertrauen.
Sich wieder sicher fühlen – im eigenen Leben
Mit der Zeit werden Sie merken, wie Sie Schritt für Schritt wieder mehr Freiheit und Leichtigkeit zurückgewinnen. Die Angst bestimmt nicht mehr Ihren Alltag – Sie tun es.
Wie Verhaltenstherapie bei Zwängen helfen kann
Wenn sich bestimmte Gedanken immer wieder aufdrängen oder Sie das Gefühl haben, bestimmte Handlungen „unbedingt tun zu müssen“, um Angst oder Unruhe zu vermeiden – dann sprechen wir von Zwängen. Diese können sehr belastend sein und viel Zeit, Energie und Lebensfreude kosten. Viele Menschen schämen sich dafür oder fühlen sich allein damit. Wichtig zu wissen ist: Sie sind nicht allein – und es gibt wirksame Hilfe. In der Verhaltenstherapie können Sie lernen, Schritt für Schritt aus dem Kreislauf der Zwänge auszusteigen. Zum Beispiel durch:

Verstehen, wie Zwänge funktionieren
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen wirken oft irrational, fühlen sich aber extrem bedrohlich an. Gemeinsam analysieren wir, wie Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen miteinander zusammenhängen – und warum sich der Zwang oft stärker anfühlt, je mehr man versucht, ihn zu kontrollieren.
Zwangsverhalten durchbrechen – in kleinen Schritten
In der Therapie üben Sie, sich angstauslösenden Gedanken oder Situationen auszusetzen – ohne das gewohnte Zwangsritual durchzuführen. Dadurch lernt Ihr Gehirn, dass nichts Schlimmes passiert, auch wenn Sie den Zwang nicht ausführen. Die Angst verliert mit der Zeit an Macht.
Zwangsgedanken entmachten
Zwangsgedanken fühlen sich oft wie „fremde“ oder „gefährliche“ Gedanken an – dabei sagen sie nichts über Sie als Person aus. In der Therapie lernen Sie, diese Gedanken zu erkennen, zu benennen und zu entkatastrophisieren. Es geht nicht darum, Gedanken zu verbieten – sondern darum, anders mit ihnen umzugehen.
Innere Ruhe und Selbstkontrolle zurückgewinnen
Sie lernen Strategien, um innere Anspannung zu regulieren – zum Beispiel durch Atemtechniken, Achtsamkeit und bewusstes Umlenken Ihrer Aufmerksamkeit. So entsteht wieder mehr innerer Freiraum.
Rückfälle verstehen – und vorbeugen
Zwangsstörungen verlaufen oft in Wellen. In der Therapie entwickeln wir gemeinsam einen Plan, wie Sie mit schwierigen Phasen umgehen und Rückfällen vorbeugen können – ohne sich selbst zu verurteilen.
Wieder mehr Lebensqualität spüren
Mit der Zeit werden Sie merken, dass Sie wieder selbst über Ihren Alltag bestimmen – und nicht die Zwänge. Kleine Fortschritte können große Wirkung haben: Mehr Freiheit, mehr Zeit für sich selbst, mehr Vertrauen in das eigene Erleben.
Wie Verhaltenstherapie bei Traumata helfen kann
Nach einem belastenden oder traumatischen Erlebnis – wie einem Unfall, einem Übergriff, Gewalt, Vernachlässigung oder dem Verlust eines geliebten Menschen – können sich tiefe seelische Spuren hinterlassen. Manche dieser Erlebnisse „verschwinden“ nicht einfach, sondern tauchen in Gedanken, Gefühlen oder Körperreaktionen immer wieder auf. Sie können das Vertrauen in sich selbst, in andere und in das Leben erschüttern.Die Verhaltenstherapie bietet bewährte und behutsame Möglichkeiten, mit den Folgen traumatischer Erfahrungen umzugehen – in Ihrem Tempo und in einem geschützten Rahmen. In der Therapie können Sie Schritt für Schritt lernen:

Das Erlebte besser zu verstehen und einzuordnen
Traumatische Erfahrungen können das gesamte Sicherheitsempfinden erschüttern. In der Therapie geht es darum, gemeinsam zu verstehen, wie sich das Trauma auf Ihr Denken, Fühlen und Verhalten auswirkt – und dass Ihre Reaktionen (z. B. Rückzug, Schlafprobleme, Anspannung oder Vermeidung) normale Antworten auf ein außergewöhnliches Ereignis sind.
Über das Erlebte zu sprechen – aber nur, wenn Sie bereit dazu sind
Niemand wird gedrängt, traumatische Inhalte sofort zu erzählen. Die Therapie schafft zunächst einen sicheren Raum, in dem Vertrauen wachsen kann. Erst wenn Sie soweit sind, können behutsam Erinnerungen besprochen oder verarbeitet werden.
Vermeidung abbauen – Sicherheit zurückgewinnen
Viele traumatisierte Menschen vermeiden bestimmte Situationen, Gedanken oder Orte, um sich zu schützen. Das ist verständlich – kann aber das Leben stark einschränken. In der Therapie lernen Sie, sich solchen Auslösern vorsichtig zu nähern und zu erleben, dass Sie heute nicht mehr hilflos sind. So entsteht nach und nach wieder mehr Handlungsspielraum.
Mit belastenden Erinnerungen besser umgehen
Ob Flashbacks, Alpträume oder starke innere Unruhe – Sie lernen konkrete Techniken, um sich in solchen Momenten selbst zu beruhigen. Dazu gehören z. B. Atemtechniken, Imaginationsübungen oder Achtsamkeitsmethoden. Ziel ist es, sich selbst wieder als handlungsfähig zu erleben.
Den Zusammenhang zu heutigen Schwierigkeiten erkennen
Oft zeigen sich traumatische Erfahrungen in anderen Formen – z. B. in Angst, Depression, Beziehungsproblemen oder körperlichen Beschwerden. In der Verhaltenstherapie arbeiten wir gemeinsam daran, diese Zusammenhänge zu verstehen und neue Wege zu finden, mit Belastungen umzugehen.
Wie Verhaltenstherapie bei psychosomatischen Beschwerden helfen kann
Körperliche Beschwerden, für die sich keine ausreichende medizinische Ursache finden lässt, können sehr belastend sein. Vielleicht plagen Sie sich mit Schmerzen, Magen-Darm-Problemen, Schwindel, Erschöpfung oder anderen Symptomen – und fühlen sich damit unverstanden. Wenn Ärzt*innen nichts finden, heißt das nicht, dass Ihre Beschwerden „nicht echt“ sind. Sie sind real – und sie haben eine Ursache.Die Verhaltenstherapie kann Ihnen helfen, die Verbindung zwischen Körper und Psyche besser zu verstehen – und neue Wege im Umgang mit den Beschwerden zu finden.

Zusammenhänge erkennen – zwischen Körper und Psyche
In der Therapie schauen wir gemeinsam, wann und in welchen Situationen Ihre Beschwerden auftreten. Oft zeigt sich, dass Stress, unterdrückte Gefühle oder langanhaltende Belastungen körperliche Symptome verstärken können. Dieses Wissen hilft, den Beschwerden nicht mehr ausgeliefert zu sein.
Gefühle ausdrücken statt „runterschlucken“
Viele psychosomatische Beschwerden entstehen, weil Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst keinen Raum bekommen haben. In der Therapie lernen Sie, diese besser zu spüren, zu benennen und angemessen auszudrücken – bevor sie sich über den Körper „melden“.
Gedankenkreise unterbrechen – neue Sichtweisen entwickeln
Wer ständig mit körperlichen Symptomen beschäftigt ist, gerät oft in einen Teufelskreis aus Angst, Anspannung und noch mehr Beschwerden. Gemeinsam üben wir, diese Kreise zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern. Ihre Gedanken können zu Verbündeten werden – statt Ihre Feinde zu sein.
Mit Stress und Anspannung besser umgehen
Sie lernen einfache, wirksame Methoden zur Entspannung und Selbstregulation – z. B. durch Atemtechniken, Achtsamkeit oder progressive Muskelentspannung. Diese helfen, innere Anspannung zu lösen und den Körper wieder als sicheren Ort zu erleben.
Wieder Vertrauen in den eigenen Körper entwickeln
In der Therapie geht es nicht darum, Symptome wegzudrücken – sondern sie als wichtige Signale zu verstehen. Sie lernen, auf Ihren Körper zu hören, ohne sich von jedem Schmerz oder jeder Empfindung verunsichern zu lassen.
Wie Verhaltenstherapie bei Beschwerden mit Stimmung und Affekt helfen kann
Wenn die Stimmung dauerhaft gedrückt ist, das innere Gleichgewicht verloren geht oder Gefühle scheinbar unkontrollierbar schwanken, kann das den Alltag sehr belasten. Vielleicht erleben Sie Phasen tiefer Erschöpfung, innerer Leere oder übermäßiger Reizbarkeit. Vielleicht haben Sie das Gefühl, nichts mehr zu spüren – oder alles zu intensiv.Verhaltenstherapie kann helfen, aus diesem Zustand herauszufinden.

Sich selbst besser verstehen lernen
In der Therapie gehen wir gemeinsam auf Spurensuche: Woher kommen die Stimmungstiefs, die Unruhe oder der Rückzug? Was passiert in belastenden Momenten innerlich? Sie lernen, die Auslöser und Muster hinter Ihren Gefühlen zu erkennen – und zu beeinflussen.
Den Kreislauf aus Rückzug und Antriebslosigkeit durchbrechen
Bei depressiven Phasen fällt oft alles schwer – selbst kleine Dinge. In der Therapie entwickeln wir gemeinsam einen Weg zurück in die Aktivität: mit kleinen, erreichbaren Schritten. Denn: Aktivität kann wieder Freude und Energie zurückbringen – auch wenn es anfangs schwer fällt
Negative Gedankenmuster erkennen und verändern
Stimmungsstörungen sind oft mit sehr kritischen oder pessimistischen Gedanken über sich selbst, die Welt und die Zukunft verbunden. In der Verhaltenstherapie lernen Sie, diese Gedanken zu hinterfragen und durch freundlichere, realistischere Sichtweisen zu ersetzen.
Mit starken Gefühlen umgehen lernen
Wenn Gefühle plötzlich zu intensiv werden – z. B. Wut, Traurigkeit, Scham oder Angst – ist es schwer, ruhig zu bleiben. In der Therapie lernen Sie, wie man solche Emotionen frühzeitig wahrnimmt, reguliert und angemessen ausdrückt, ohne sich selbst oder andere zu verletzen.
Mit Rückfällen umgehen – ohne Schuldgefühle
Schwankungen gehören zum Leben. Wir besprechen gemeinsam, wie Sie mit schwierigen Tagen umgehen können, ohne sich zu verurteilen – und wie Sie sich selbst stabil unterstützen können, wenn es mal wieder schwerer wird.
Wie Verhaltenstherapie bei Selbsterfahrung helfen kann
Selbsterfahrung bedeutet, sich selbst besser kennenzulernen: die eigenen Gedanken, Gefühle, Gewohnheiten und inneren Muster bewusster wahrzunehmen – und dadurch neue Wege im Denken und Handeln zu entdecken. Oft läuft vieles im Alltag automatisch ab. In der Verhaltenstherapie entsteht Raum, um innezuhalten und zu erforschen: Wer bin ich eigentlich, was treibt mich an – und was hält mich zurück? Verhaltenstherapie kann ein hilfreicher Rahmen für diese persönliche Entdeckungsreise sein.

Eigene Denk- und Verhaltensmuster erkennen
Viele unserer Reaktionen basieren auf gelernten Mustern aus früheren Erfahrungen. In der Therapie geht es darum, diese bewusster wahrzunehmen: Wie denke ich über mich und andere? Welche inneren Antreiber beeinflussen mich? Welche Gewohnheiten tun mir gut – und welche nicht?
Gefühle verstehen und ausdrücken lernen
Selbsterfahrung bedeutet auch, den eigenen Emotionen Raum zu geben. Manche Menschen haben gelernt, Gefühle zu unterdrücken oder zu vermeiden. In der Therapie lernen Sie, Ihre emotionale Welt besser zu erkennen, zu benennen und auszudrücken – ohne Angst vor Bewertung.
Neue Perspektiven einnehmen
Durch gezielte Übungen und Gespräche lassen sich eingefahrene Sichtweisen hinterfragen. Sie lernen, bewusster mit sich selbst umzugehen, sich selbst zu reflektieren – und innere Freiräume zu schaffen für Entwicklung, Kreativität und Selbstmitgefühl.
Achtsamer mit sich selbst umgehen
In der Verhaltenstherapie geht es nicht nur um Probleme, sondern auch um Selbstfürsorge und persönliche Entwicklung. Sie können lernen, eigene Grenzen zu erkennen, Bedürfnisse wahrzunehmen und sich selbst freundlicher zu begegnen.
Sich weiterentwickeln – ohne sich zu verbiegen
Selbsterfahrung in der Therapie bedeutet nicht, jemand anders werden zu müssen. Es geht darum, sich selbst besser zu verstehen – und daraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Veränderung beginnt mit Bewusstheit.
© 2025 Perspektivenwechsel-Linz. Alle Rechte vorbehalten.